JPEG, TIFF, PNG & Co. - aber welches Format ist das Richtige?

Neben den eigentlichen Bildinformationen gibt es viele Aspekte, die für die Wahl des Dateityps wichtig sind: Zusatzinformationen wie Ebenen, Alphakanäle und Pfade unterstützen die professionelle Bildbearbeitung. Dies bedeutet aber einen zeitlichen Mehraufwand, setzt erhebliche Vorkenntnisse voraus und erhöht in der Regel die Dateigröße...
Alexander Schulze
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Heute soll es in unserem Magazin um die gängigsten Grafikformate für Anwender gehen. Es werden Universalformate vorgestellt, die von jedem Bildbearbeitungsprogramm genutzt werden können. Dateitypen, die nur für eine bestimmte Anwendung gedacht sind wie z. B. das Photoshop-Format (Endung „.psd“) werden nicht berücksichtigt.

In diesem Artikel geht es um Bitmap- oder auf Deutsch Rastergrafiken. Die Bilder setzen sich aus farbigen Bildpunkten, den sogenannten Pixeln, zusammen. Das typische an Bitmaps ist die fotorealistische Wiedergabe der Motive. Haupteigenschaften einer Abbildung sind die Auflösung, d. h. die Punktdichte pro Fläche, und die mögliche Anzahl der Farben, die Farbtiefe. Alle Bitmap-Formate haben gemeinsam, dass es bei Größenänderung zu einer Qualitätsverminderung kommt, etwa durch Unschärfen, Detailverlust oder gröbere Konturen.

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Neben den eigentlichen Bildinformationen gibt es viele Aspekte, die für die Wahl des Dateityps wichtig sind: Zusatzinformationen wie Ebenen, Alphakanäle und Pfade unterstützen die professionelle Bildbearbeitung. Dies bedeutet aber einen zeitlichen Mehraufwand, setzt erhebliche Vorkenntnisse voraus und erhöht in der Regel die Dateigröße. Auch die Kompatibilität zu Betriebssystemen und Software ist zu beachten. Direkte Auswirkung auf Optik und Qualität haben die Farbtiefe, Darstellung von Transparenz sowie Datenkompression mit oder ohne Qualitätsverlust. Eine hohe Kompression führt dabei zu kleinerer Dateigröße. Die Nutzung von Farbmodi wie CMYK für Druckvorstufe sowie RGB für Web und Bildschirm sind für die Wahl des Formates auch wichtig.

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Formate:

JPEG (JPEG File Interchange Format, Dateiendung „.jpg“)

Obwohl schon 30 Jahre alt, ist dieser Dateityp sehr beliebt und verbreitet. Er zeichnet sich durch eine genormte Bildkompression aus, die zu sehr kleinen Dateigrößen führt. Deshalb ist JPEG das Standardformat für Fotos im Web. Es wird auch gerne als Ausgabeformat bei Kompaktkameras und Scannern genutzt.

Die unterschiedlichen Kompressionsstufen führen zu Qualitätsverlusten. Diese zeichnen sich durch Unschärfen, Schatten und Verpixelungen aus. Die Störungen werden oft als JPEG-Artefakte bezeichnet. Sie fallen besonders auf gleichfarbigen Flächen und Objektkonturen auf. Beim Speichern muss der Anwender einen Kompromiss zwischen Bildqualität und Dateigröße finden: Je höher die Kompression, desto kleiner die Datei, aber so schlechter auch die Bildqualität. Deshalb ist eine Software mit Bildvorschau zu empfehlen. Wie für Web-Formate (PNG, GIF) üblich, speichert JPEG keine Zusatzinformationen. JPEG kann keine transparenten Pixel darstellen. Hier bietet das folgende Format, PNG, ein Alternative.

PNG (Portable Network Graphics, Endung „.png)

Dieses Format ist auch im Web weit verbreitet, d. h. es entspricht dem W3C-Standard. Sein größter Vorteil ist die verlustfreie Komprimierung, was zu einer kleinen Dateigröße führt. PNG ist aber in der Regel größer als JPEG. Das Format kann Transparenz darstellen, auch in Verbindung mit halbtransparenten Farben.

PNG wird vor allem in zwei Farbtiefen genutzt: 256 Farben – 8-Bit sowie 24-Bit mit quasi unbegrenzten Farben. Es ist damit eine leistungsfähige Alternative zu GIF (s. u.).

PNG wird nicht von allen Anwendungen in vollem Umfang unterstützt. Da CMYK-Farben nicht nutzbar sind, ist es nicht für die Druckvorstufe geeignet.

TIFF (Tagged Image File Format, „tif“)

TIFF ist ein sehr vielseitiges Bildformat. Es kann neben dem Bildmotiv viele Zusatz­informationen enthalten: Alphakanäle, Pfade, Ebenen und unterschiedliche Farbräume können gespeichert werden. Diese Möglichkeiten spielen in der professionellen Bildbearbeitung eine große Rolle. Das TIFF-Format stellt einen Standard für Qualitätsbilder dar. Es ermöglicht hochauflösende Bilder in unterschiedlichen Farbtiefen. Eine verlustfreie Komprimierung ist möglich.

TIFF unterstützt den Farbraum CMYK, der für die Druckvorstufe wichtig ist. Dies in Verbindung mit den genannten Qualitätseigenschaften (Auflösung, Farbtiefe) macht das Format ideal für Druckereien und Verlage.

Die Vielfältigkeit und Komplexität des Dateityps ist gleichzeitig auch sein größter Nachteil. TIFF ist im Vergleich ein großes Bildformat, insbesondere wenn die erwähnten Optionen genutzt werden. Durch Datenkompression kann die Größe noch verringert werden (s. o.).

GIF (Graphics Interchange Format, „gig“)

Seine Entwicklung Ende der 80er Jahre macht es zu einem relativ alten Bildformat. Die Nutzung im Web stand dabei immer im Vordergrund. Für eine geringe Dateigröße sorgen das verlustfreie LZW-Kompressionsverfahren und die Beschränkung auf 256 Farben. Im Gegensatz zu JPEG bietet es Transparenz und Animation, die animierten oder animated Gifs. Durch die reduzierte Farbwahl ist es für Fotos nicht wirklich geeignet, hier sollten JPEG oder PNG den Vorzug erhalten. Aber Grafiken mit einer gezeichneten Anmutung wie Logos, einfache Muster oder Diagramme können gut und größeneffizient im Web abgebildet werden. Gerade einfarbige Flächen können störungsfrei dargestellt werden.

BMP (Windows Bitmap, „.bmp“)

Ein gängiges Bildformat im Windows-Bereich, was auch hohe Farbtiefen und einen Alphakanal erlaubt. Es kann im Rechner einfach bearbeitet und ausgegeben werden. Im Vergleich zu komprimierten Dateitypen wie die Web-Formate JPEG, PNG und GIF ist das Format wesentlich größer. Es bietet auch nicht so viele Möglichkeiten wie TIFF.

Vektorgrafiken

Bei allen vorgestellten Dateitypen handelt es sich um Rastergrafiken. Eine andere Art der Digitalisierung sind die Vektorgrafiken. Oft wird von Pfaden gesprochen. Hier setzen sich die Abbildungen aus Linien und Farbflächen zusammen. Diese Art der Darstellung ist für gezeichnete Bilder interessant: Vektorgrafiken sind klein und verlustfrei skalierbar, für Fotos sind sie aber nicht geeignet. Gebräuchliche Formate sind WMF (Windows Meta File) und für das Web SVG (Scalable Vector Graphics). Das Arbeiten mit professionellen Vektor-Anwendungen wie Adobe Illustrator oder CorelDraw erfordert umfangreiche Vorkenntnisse und ein gewisses kreatives Geschick bei der Bedienung.

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