DSGVO: Datenschutzbeauftrage einigen sich auf Erleichterungen für Firmen

Alle | Posted by SYMPLASSON | 01 April 2019
DSGVO: Datenschutzbeauftrage einigen sich auf Erleichterungen für Firmen
Nach einer turbulenten Diskussion der Datenschutzbehörden der Länder kommt sie nun doch noch - die lange erhoffte "Verordnung zur Durchführungsvereinfachung der DSGVO im Zuge der Wirtschaftsförderung" (VDDZW). Mit Wirkung vom 1.4.2019 gelten dadurch umfassende Erleichterungen für Unternehmen, insbesondere solchen, die Consumergeschäft betreiben (B2C). Wir fassen die wichtigsten Änderungen hier für Sie zusammen!

Implizite Einwilligung bei unverschlüsselter E-Mail

Werden Informationen - insbesondere auch personenbezogene Daten - per unverschlüsselter E-Mail versandt, willigt der Absender damit implizit in die freie Verwendung und Veröffentlichung der übersandten Daten ein, da er diese de facto bereits selbst vorgenommen hat. Bekanntermaßen können unverschlüsselte E-Mails auf dem Transportweg an jeder Zwischenstation gelesen werden, die Inhalte sind daher ohnehin nicht mehr als geheim zu betrachten. Ein Nebeneffekt: Erhalten Sie beispielsweise ihren Jahresabschluss vom Steuerberater in unverschlüsselter E-Mail, entfällt damit die Veröffentlichungspflicht der Bilanz auch für größere Gesellschaften, da diese bereits im Wege der E-Mail erfolgt ist.

Wegfall des "Rechts auf Vergessen" (Datenlöschung) für Social Media - User

Die DSGVO schreibt vor, dass Unternehmen auf Anforderung Betroffener sämtliche über diese gespeicherten personenbezogenen Daten löschen müssen. Mit Gültigkeit der ergänzenden VDDZW entfällt diese Verpflichtung für alle Nutzer von Facebook, Snapchat und Instagram, da diese der freien öffentlichen Nutzung ihrer vollständigen Persönlichkeitsprofile bereits implizit zugestimmt haben und sich freiwillig vollständig überwachen lassen. In Zukunft können Sie also einfach prüfen: hat der Betroffene ein Social Media - Profil bei den aufgeführten Diensten? In diesem Fall können Sie das Löschersuchen mit Hinweis eben darauf mit formloser E-Mail ablehnen.

Wegfall der Geheimhaltungsverpflichtung und Nutzungseinschränkung personenbezogener Daten von Android-Usern

Auch interessant, insbesondere für Unternehmen im Direktvertrieb oder Telemarketing: Die Einwilligung von Nutzern von Android-Smartphones in die Nutzung der eigenen personenbezogenen Daten für beliebige Profilierungs- und Werbezwecke gilt als implizit erteilt. Diese Android-Nutzer haben durch die freiwillige Nutzung von Datensammelgeräten, die bekanntermaßen auf Google-Software mit in den meisten Apps integrierten Überwachungsfunktionen basieren, bereits sämtliche Rechte an ihren persönlichen Daten freiwillig aufgegeben und können daher keine entsprechenden Rechte mehr geltend machen.

Haben Sie weitere Fragen zur Anwendung der DSGVO und der VDDZW? Machen Sie sich Gedanken um IT- und Datensicherheit und wünschen sich Unterstützung statt gehobener Satire? Kontaktieren Sie uns dazu jederzeit gerne - wir helfen Ihnen auch am 1. April !