„TYPO3 - bin ich denn damit auch bei Google dabei?“ – Ein Satz, der so oder ähnlich nicht selten fällt, wenn ein Interessent, der bisher noch ohne Interpräsenz ist, erstmals auf Typo3 trifft. Die Antwort darauf lässt sich leider nicht in einem einzigen Satz zusammenfassen. „Ja sicher“ wäre ein gewagtes Versprechen als Antwort, „mit Glück“ hat es auch nichts zu tun und „das hängt von vielen Faktoren ab“ wird als ehrliche Antwort nicht gerne gehört.
Dabei ist die Frage ganz natürlich. Der Kunde hat das berechtigte Interesse, im Internet gefunden zu werden, der Dienstleister die angemessene Aufgabe, hierfür eine technische Basis zu schaffen und über die Kosten und Nutzen verschiedener Maßnahmen zu informieren.
TYPO3 nimmt, wie jedes ernstzunehmende CMS, eine völlige Trennung von Layout und Inhalt vor. Ob die generierten Seiten suchmaschinenkompatibel sind oder nicht, liegt am Programmierer, nicht am System.
Dieser Artikel soll grundlegend aufzeigen, welche Mittel und Wege für eine suchmaschinengerechte Implementierung eines TYPO3-Systems zur Verfügung stehen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Wenn Sie mit der Thematik und der Notwendigkeit der Suchmaschinenkompatibilität bereits vertraut sind, können Sie die folgenden zwei Absätze getrost überspringen und gleich mit den technischen Möglichkeiten fortfahren.
Was genau bedeutet Suchmaschinenkompatibilität? Dass eine Seite „automagisch“ auf Seite Eins bei Google platziert wird? Am besten innerhalb einer Woche nach Veröffentlichung der Präsenz und ohne jede zusätzliche Marketing-Maßnahme? Schön wäre es...
Tatsächlich ist Suchmaschinenkompatibilität als Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO) nur ein Zahnrad im Mahlwerk. Sie sagt aus, ob es einem Robot möglich ist, barrierefrei eine Internetpräsenz auszuwerten. Weiter gefasst, zählt auch die Ausschöpfung technischer Möglichkeiten mit dazu, die einen Robot bei der Indexierung unterstützen und redaktionelle Suchmaschinenoptimierung fördern.
Der Begriff „Suchmaschine“ ist inzwischen jedem Internet affinen Menschen ein Begriff. Aber längst nicht jedem sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Suchmechanismen bzw. Such-Anbietern geläufig, also zwischen redaktionell gepflegten Katalogen und algorithmisch erfassten und gepflegten „Suchmaschinen“. Eben diese zuletzt genannte, algorithmische Variante, wird durch Suchmaschinenkompatibilität unterstützt.
Sogenannte Robots (oder Crawler) von Suchmaschinenanbietern durchforsten tagtäglich das Web. Sie lesen die Inhalte einer Website aus und versuchen diese zu kategorisieren, zu katalogisieren und nach Relevanz zu bewerten.
Gestalten Sie eine Internetpräsenz suchmaschinenkompatibel, unterstützen Sie Robots bei der Erfassung Ihrer Seiten und deren Auswertung und schaffen damit die Grundlage für eine Suchmaschinenoptimierung.
Wie sieht ein Robot Ihre Internetpräsenz? Mit dem Seekbot [1] können Sie Ihren URL testen.
[1] http://www.seekport.de/seekbot
Kommen wir zu den technischen Möglichkeiten, die TYPO3 hinsichtlich einer Suchmaschinenkompabilität bietet.
TYPO3 kommt recht kahl zu Ihnen, wenn Sie es installieren. Erstellen Sie zunächst eine Seite mit Inhalten. Sobald Sie sich diese im Front-End anzeigen lassen, werden Sie eine Fehlermeldung erhalten. Zumindest dann, wenn Sie noch kein Page-Template angelegt haben.
Kein Grund zur Sorge – Sie haben damit die Chance, es von vorne herein richtig zu machen und auf die Suchmaschinenkompatibilität zu achten!
Dieser Artikel befasst sich dabei mit:
Sprechenden URL’s
Erweiterten MetaDaten
Navigationselementen mit Title-Texten
Grafiken mit Alternativtexten
Google-SiteMap’s
Sprechende URL’s
TYPO3 als CMS basiert im Standard auf der relationalen Datenbank MySQL [2] (durch Datenbank-Abstraktionslayer „DBAL“ auch andere Systeme möglich). Typisch für diese technische Grundlage ist der Aufruf einer Datei mit Parameterübergabe, wobei die mitgereichten Parameter systemübergreifend sehr unterschiedlich sind. In TYPO3 wird mindestens eine Page-ID übergeben, die den Datensatz einer Seite in dem System eindeutig identifiziert. Als Beispiel bewirkt der Aufruf www.ihredomain.de/index.php?id=15, dass die Seite mit der ID 15 zurückgegeben wird.
Unter Gesichtspunkten der Suchmaschinenkompatibilität stehen Sie hier bereits vor der ersten Hürde. Ein sprechender URL oder zumindest ein statischer ist weit besser als der Aufruf von stets ein und demselben URL mit unterschiedlichen Parametern.
Statische URL’s lassen sich mit Hilfe der Webserver-Konfiguration erreichen. Beispiel: das Rewrite-Modul des Apache. [3] Aus einem URL der Form www.ihredomain.de/index.php?id=15&type=0 wird dadurch www.ihredomain.de/15.0.htm.
[3] http://httpd.apache.org/docs/2.0/mod/mod_rewrite.html
Die Einrichtung und Konfiguration erfolgt hierbei über die httpd.conf. Wenn Sie auf diese nicht zugreifen können (z.B. beim shared-hosting), haben Sie Möglichkeit, die Konfiguration mittels einer .htaccess Datei vorzunehmen.
Im TypoScript Template muss darüber hinaus eine Einstellung vorgenommen werden, damit auch interne Links weiterverfolgt werden können.
Die .htaccess Datei bzw. httpd.conf Konfiguration:
RewriteEngine on
RewriteRule ^[^/]*\.htm$ index.php
Die TypoScript Angaben:
config.simulateStaticDocuments = 1
Wenn sich Ihre TYPO3 Installation in einem Unterordner befindet, müssen Sie dies beim Umschreiben berücksichtigen. Nutzen Sie in diesem Fall folgenden Code in Ihrer .htaccess-Datei:
RewriteEngine on
RewriteBase /installationsverzeichniss
RewriteRule ^[^/]*\.htm$ /index.php
Etwas eleganter als Variante 1 ist die Verwendung von sprechenden URL’s. Aus www.ihredomain.de/index.php?id=15 wird dann z.B. www.ihredomain.de/asp/hosting.
Hierfür nutzen Sie die Extension „realurl“ [4], die Sie über das Extension-Repository [5] auf typo3.org beziehen können. Außerdem sind auch hier wieder Einstellungen für den Apache notwendig.
RealURL schreibt URL’s mit GET Parametern in lesbare URL’s um. Im Prinzip funktioniert diese Erweiterung ohne große Anpassungen. Sie müssen bei deren Verwendung jedoch darauf achten, dass Pfadangaben im HTML Code entweder absolut angegeben werden, oder dass ein <base> Tag im Quellcode vorliegt.
[4] http://typo3.org/extensions/repository/search/realurl/
[5] http://typo3.org/extensions/repository/
Installieren Sie die Extension über den Extension-Manager
Nehmen Sie Einstellungen am Apache bzw. in der .htaccess-Datei vor
Bereiten Sie Ihre Templates auf die Verwendung sprechender URL’s vor
Konfigurieren Sie die Erweiterung
Eine vollständige Dokumentation der Erweiterung finden Sie unter
http://typo3.org/documentation/document-library/realurl/
RealURL bietet virtuelle Pfade zu virtuellen Dateien. Der Apache muss dahingehend eingestellt werden, dass er die Anfragen nach Dateien, die er nicht im Dateisystem findet, an ein Skript weiterreicht. Dieses Skript übersetzt dann den URL in einen Aufruf mit GET Parametern. Dateien die tatsächlich im Dateisystem vorliegen, sind hiervon nicht betroffen. Wenn Sie die Einstellungen über eine .htaccess Datei vornehmen, legen Sie diese im Root-Verzeichniss ab.
Hinterlegen Sie folgende Angaben in der .htaccess Datei:
RewriteEngine On
RewriteRule ^typo3$ - [L]
RewriteRule ^typo3/.*$ - [L]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-l
RewriteRule .* index.php
Wie bei den statischen URL’s müssen Sie Einstellungen am Template vornehmen, damit dieses mit der Extension zusammenarbeitet und interne Links weiterhin funktionieren. Fügen Sie folgende Zeilen in Ihrem Template ein:
config.simulateStaticDocuments = 0
config.baseURL = 1
config.tx_realurl_enable = 1
Zeile 1: RealURL arbeitet nicht mit der Option “simulateStaticDocuments“ zusammen. Daher wird diese Funktion explizit deaktiviert. Auch wenn die Option im Standard deaktiviert ist: Diese Einstellung dient Ihnen zusätzlich als Erinnerung.
Zeile 2: Durch diese Angabe wird die HTML Ausgabe um ein <base> Tag ergänzt.
Zeile 3 aktiviert die Funktion der Erweiterung RealURL.
Wenn Sie die Ausgabe der lesbaren URL’s ändern möchten, können Sie die Extension über Angaben in der Datei „localconf.php“ mit der Variable $TYPO3_CONF_VARS['EXTCONF']['realurl'] vornehmen. Je nach Anwendungsfall kann dieser Punkt etwas umfangreicher werden. Eine Anleitung zur Konfiguration finden Sie in der Dokumentation der Extension.
Auch wenn die Wirksamkeit von Metadaten als nicht sehr hoch angesehen wird, sollten Sie sie dennoch auf keinen Fall außer Acht lassen. Die Extension „metatags“ stellt eine erweiterte Integration von Meta-Angaben im Seitenkopf bereit und integriert auch Meta-Angaben nach Dublin-Core.
Um diese Erweiterung zu nutzen, installieren Sie sie über den Extension-Manager. Anschließend können über den Constant-Editor [6] Einstellungen an den Default-Werten vorgenommen werden.
Die Metaangaben werden aus den Inhalten einer Seite entnommen. Nutzen Sie hierfür den Seitentyp „Erweitert“, um Eingabefelder für Keywords und Description im Back-End zu erhalten.
Achten Sie darauf, dass das Feld „Inhaltsangabe“ NICHT als Description übernommen wird. Hierfür dient das Feld „Beschreibung“.
Über den Parameter plugin.meta.includeGlobal = 1 können Sie außerdem bewirken, dass die voreingestellten Werte immer an seitenspezifische Angaben angehängt werden. Setzen Sie diesen Parameter auf plugin.meta.includeGlobal = 0, so überschreiben seitenspezifische Angaben die Default-Werte.
[6] http://typo3.org/documentation/document-library/doc_tut_quickstart_de/Ein_Template_ver_aum/
Damit ein Robot einem Link folgen kann, muss er diesen auch lesen können. Kommen Sie daher bitte nie in die Versuchung, eine Navigation in einem Frameset zu verstecken oder diese dynamisch mit JavaScript zu generieren. Ein Robot betrachtet eine Website als wäre er blind. Links stehen nicht besser dar, weil sie farbig oder hübsch animiert sind.
Wichtiger ist, dass die Navigation an geeigneter Stelle und strukturiert vorliegt. Wenn Sie sich hierbei an die Konzepte der Barrierefreiheit halten, nehmen Sie nicht nur auf gehandicapte Menschen Rücksicht, sondern schaffen zugleich eine gute Grundlage für Robots. Alles, was einen blinden Menschen bei der Navigation unterstützt, wird auch von Robots wahrgenommen! Attribute wie „title“, die ein Sehender meist nicht wahrnimmt, sind für sehbehinderte Menschen und Robots gleichermaßen interessant.
Zur Generierung von Menüstrukturen wird in TypoScript das Content-Objekt HMENU genutzt. HMENU wiederum kann Textmenüs oder auch grafische Menüs generieren. Aber, wie schon gesagt: Ein Robot ist blind. Wir nehmen daher die Textvariante.
Zur Strukturierung von Navigationselementen eignen sich verschachtelte Listen besonders gut. Ohne CSS sind sie angenehm strukturiert und mit CSS können Sie sogar optisch ansprechen.
Nachfolgend ein Beispiel für eine Navigation. Direkt darunter finden Sie den generierten HTML Code. Dieses Beispiel realisiert nur eine Navigationsebene. Sie haben mit TYPO3 die Möglichkeit, jede Navigationsebene gesondert zu behandeln. Eine vollständige Dokumentation von HMENU entnehmen Sie bitte der TSREF [7] (ein unverzichtbares Werkzeug bei der Arbeit mit Typo3).
[7] http://typo3.org/documentation/document-library/doc_core_tsref/
TypoScript – Konfiguration
lib.navi_sec = HMENU
lib.navi_sec.entryLevel = 0
lib.navi_sec.1 = TMENU
lib.navi_sec.1 {
wrap =
NO.linkWrap = |
NO.doNotShowLink = 1
NO.before.cObject = TEXT
NO.before.cObject.field = alias//uid
NO.before.cObject.dataWrap =
Um einem blinden Menschen oder einem Robot den Sinn und Zweck einer Grafik nicht vorzuenthalten, dient das Attribut „alt“ zur Erläuterung. Standardisiert gibt es in den Inhaltstypen „Text w/image“ und „Image“ eine Eingabemöglichkeit für „Bildunterschriften“. Werden mehrere Zeilen eingegeben, wird der Text entsprechend den einzelnen Bildern zugeordnet. Diese Option dient allerdings hauptsächlich den Sehenden. Das „alt“ Attribut ist damit noch nicht bedient.
Seit einiger Zeit können Sie an dieser Stelle auf TypoScript Lösungen verzichten und die Extension „dmc_image_alttext“ [8] installieren. Sie erweitert die möglichen Angaben um ein Eingabefeld für das „alt“ und das „title“ Attribut. Jede Zeile wird hierbei einer Grafik zugeordnet.
[8] http://typo3.org/extensions/repository/search/dmc_image_alttext/
Mit der Veröffentlichung von Google Sitemaps hat die TYPO3 Community einmal mehr Ihre Flexibilität und kurze Reaktionszeit bewiesen. Eine Extension stand nur kurze Zeit später bereit.
Google Sitemaps ist ein experimentelles Programm von Google das Ihnen ermöglicht, den Google-Bot quasi „einzuladen“ und Google transparent zu zeigen, was sich an Ihrer Seite ändert. Die Nutzung dieses Dienstes kostet Sie keinen Cent. Sie können also unabhängig vom Erfolg nichts verlieren aber viel gewinnen.
In der TYPO3 Community melden viele Stimmen, dass Ihre Seiten, die XHTML-Valid sind und die Google Sitemap nutzen, von Google gut aufgenommen werden. Gleiches ist aus den Kreisen der Barrierefreiheit zu hören.
Die entsprechende TYPO3 Extension heißt „mc_googlesitemap“ [9]. Das alternative Produkt „google_sitemap“ [10], verfügt über einen geringeren Funktionsumfang.
Die Erweiterung kann Sitemaps für Seiten ebenso wie für Inhalte generieren und ist ausreichend dokumentiert [11].
[9] http://typo3.org/extensions/repository/search/mc_googlesitemap/
[10] http://typo3.org/extensions/repository/search/google_sitemap/
[11] http://typo3.org/documentation/document-library/mc_googlesitemap/
TYPO3 stellt der Suchmaschinenkompatibilität und Ihren Online-Marketing Aktionen keine Hürden in den Weg. Ganz im Gegenteil: Es liegt an Ihnen, inwieweit das System Sie diesbezüglich unterstützen darf.
Ein CMS mit einer durchdachten Architektur, wie TYPO3, kann Ihnen die technische Grundlage an die Hand geben, um erfolgreich Online-Marketing zu betreiben. Ob Ihre Seiten dann auch wirklich suchmaschinentauglich sind, hängt von Ihrer Redaktion ab.
Suchmaschinenoptimierung an sich ist ein beliebtes Thema, aber durchaus kein Wunder. Vielmehr ist es Werbung. Und Werbung ist Arbeit.
Verlassen Sie sich hier nicht auf Ihr Glück, sondern wenden Sie sich an einen Dienstleister der Sie bei Ihrem Online-Marketing unterstützt. Angefangen mit der technischen Konzeption/Umsetzung Ihres CMS, bis hin zur fortlaufenden redaktionellen Betreuung handelt es sich hier um abschätzbare Werbekosten, deren Erfolg sich darüber hinaus sehr gut messen lässt!
Über die offizielle TYPO3 Website gelangen Sie an zahlreiche Informationen und Dokumentation. Nehmen Sie sich etwas Zeit, um zum Beispiel die derzeit verfügbaren Extensions zu durchstöbern oder die Dokumentations-Matrix auf sich wirken zu lassen.
Zwei Aussagen zu Typo3 sind im Übrigen sehr typisch:
„Ich mache inzwischen eigentlich alles mit dem System“
„Oh cool, das gibt’s ja schon“
Sagt das nicht alles?
Offizielle TYPO3 Website:
http://typo3.org/
Dokumentations-Matrix:
http://typo3.org/documentation/document-library/Matrix/
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