Optimale Ausnutzung vorhandener Hardware-Ressourcen, vereinfachtes Handling, Hardware-Unabhängigkeit – die Vorteile der Server-Virtualisierung sprechen für sich. Kein Wunder also, dass das Thema Server-Virtualisierung inzwischen in aller Munde ist. Doch was genau versteckt sich hinter diesem Begriff? Zum Einstieg in dieses komplexe Thema beantwortet SYMPLASSON Geschäftsführer Knud Bennecke einige grundlegende Fragen.
Üblicherweise wird für eine Funktion ein Server betrieben: Zum Beispiel ein Exchange Server für die eMail-Kommunikation, ein SQL-Server für Datenbanken, etc. Dabei ist jedoch jeder einzelne Server meist nicht völlig ausgelastet, d.h. wertvolle Ressourcen liegen brach.
Ein virtueller Server kann als „Gast“ auf einer vorhandenen Hardware-Komponente betrieben werden, die wiederum mehrere „Gäste“ beherbergen kann. Die Folge: Eine optimale Ausnutzung der Ressourcen und eine deutliche Verkleinerung der Hardware-Landschaft.
So können inzwischen komplexe Netzwerksysteme mit mehreren Dutzend Rechnern dargestellt werden, wobei tatsächlich nur 2 oder 3 tatsächliche Hardware-Komponenten existieren.
Manche Systeme zur Server-Virtualisierung unterstützen zudem den Betrieb unterschiedlicher Betriebssysteme auf einer einzigen Hardware.
Das ist richtig. Aber da sämtliche Systemressourcen der virtuellen Maschine in einem einzigen Ordner hinterlegt sind, können die Systeme schnell und einfach auf eine neue Hardware verlagert werden. Zudem ist die heutige Hardware viel verfügbarer geworden. Natürlich ist es dafür unerlässlich, den Server richtig zu designen, um beispielsweise Redundanzen zu schaffen, oder durch Monitoring zu überwachen. Aber das gilt grundsätzlich für jedes System.
Virtuelle Server unterstützen ganz allgemein die Server-Konsolidierung. Statt mehrerer hochleistungsfähiger Server reichen wenige, manchmal sogar nur eine Maschine aus, auf der alle nötigen Server betrieben werden. Das lässt die Gesamtkosten erheblich sinken.
Ein Beispiel: Für eine neue Server-Hardwareplattform liegen die Anschaffungskosten bei 2.000 bis 4.000 € - zuzüglich Installation, laufender Betrieb und Wartung.
Virtualisierungssoftware ist dagegen bereits ab ca. 500,00 € erhältlich. VMware geht derzeit sogar noch einen Schritt weiter: Den VMware-Server gibt's zur Zeit kostenlos! Es fallen nur die "normalen" Installationskoten an, die auch bei Anschaffung einer neuen Hardware entstehen, also die Lizenz fürs Betriebssystem, Installationen etc.
Zudem können die vorhandenen Hardware-Ressourcen zugewiesen, d.h. eingestellt, begrenzt aber auch erweitert werden, je nach Bedarf. Das garantiert eine optimale Auslastung der Hardware und damit auch deren Wirtschaftlichkeit.
Im Gegenteil. Sämtliche Systemressourcen eines virtuellen Servers sind in einem Ordner gesammelt. Fahre ich die virtuelle Maschine herunter, kann ich diesen Ordner bequem kopieren und habe eine echte konsistente Datensicherung parat.
Auf dem virtuellen System kann ich jetzt risikolos beliebige Vorgänge testen (Software, Updates, etc.), denn der ursprüngliche Zustand kann jederzeit wieder geladen werden.
Das ist in etwa vergleichbar mit einem Word-Dokument, das ich kopiere, um beispielsweise Formatvorlagen zu verändern. Gelingt dieses nicht, kann jederzeit auf das Ursprungsdokument zurückgegriffen werden.
Zusätzlich dazu gibt es eine Reihe von weiteren Funktionalitäten, die eine Sicherung der Daten unterstützen, wie zum Beispiel Snapshot-Funktionen oder auch Undo-Funktionen, die den Ursprungszustand wiederherstellen.
Generell lässt sich sagen: Server-Virtualisierung macht hardwareunabhängig. Statt aufwändig alte oder defekte Server auszutauschen, was häufig diverse Migrationsprobleme mit sich bringt, kann ich eine virtuelle Maschine einfach kopieren und auf einer neuen Hardware laufen lassen. Das ist auch im Rahmen eines Desaster Recovery Plans von erheblichem Nutzen.
Und auch hier noch einmal der Hinweis darauf, dass auf einer einzigen Hardware mehrere Betriebssysteme laufen können.
Natürlich hat auch die Server-Virtualisierung ihre Grenzen. So kann zum Beispiel ganz spezielle Hardware, wie eine spezifische Fax-Karte nicht in eine virtuelle Maschine eingebunden werden.
Hoch performante Anwendungen können ebenfalls kritisch sein. Da die virtuelle Maschine natürlich auch Ressourcen verbraucht, reichen die verbleibenden für eine Anwendung mit extrem hoher Datenlast dann einfach nicht mehr aus.
Vmware ist wohl die bekannteste Software, die bereits sei einigen Jahren auf dem Markt ist. Ein umfassendes Produkt mit zahlreichen Funktionen, das verschiedene Betriebssysteme unterstützt.
Der Virtual Server 2005 von Microsoft existiert noch nicht so lange und ist entsprechend schlanker. Das Produkt unterstützt nur hauseigene Betriebssysteme und hat begrenzte Ressourcen. Vor kurzem hat Mircrosoft jedoch den Virtual Server 2005 R2 herausgebracht, der einige neue Funktionen enthält und deutlich schneller ist.
Daneben gibt es weitere Produkte für spezielle Anwendungen und auch Ansätze im Open-Source-Bereich.
Sie möchten mehr zum Thema Server-Virtualisierung wissen oder sind bereits an einer Server-Virtualisierung für Ihr Unternehmen interessiert? Wir beraten und informieren Sie gerne! Rufen Sie uns an unter 040 533071-0, schreiben Sie uns eine eMail an info@symplasson.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.
(veröffentlicht: 21.02.2006)
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