Globale Standardisierung von Desktop-Umgebungen

Aus einer zunächst unterstützenden Funktion rückt die IT immer mehr in den Mittelpunkt von Unternehmen. Im Rahmen voll-integrierter Business-Lösungen wird die Verfügbarkeit IT-basierter Anwendungen für Geschäftsvorgänge unentbehrlich. Globale Standardisierungsansätze reduzieren die Komplexität moderner Arbeitsplatzsysteme. Sie sorgen für eine globale zuverlässige Funktion ohne Ausfallzeiten und sichern damit den angestrebten Geschäftserfolg.

Während Serversysteme in modernen IT-Umgebungen ausfallsicher gestaltet werden und zentrale Backupsysteme gegen unternehmenskritische Risiken absichern, werden Desktop-Arbeitsplatzsysteme vernachlässigt. Mit viel Aufwand werden sie individuell eingerichtet und gepflegt. Vor dem Hintergrund der Komplexität moderner Betriebssysteme ohne Schnell-Wiederherstellung oder Redundanz ist bei Ausfällen in der Regel von einer Unterbrechung des Geschäftsprozesses und entsprechenden Verlusten auszugehen.

Standardisierung von Desktop-Arbeitsplatzsystemen

Im Rahmen einer Standardisierung werden die Kern-Anwendungen eines Unternehmens gesammelt und als einheitliche Arbeitsplatzinstallation auf alle Desktops gebracht. Gelingt es, individuelle Benutzerkonfigurationen und –daten auf zentralen Serversystemen zu pflegen, so erreicht man eine absolute Wechselarbeitsplatzfähigkeit. Anwender können sich uneingeschränkt an allen Arbeitsplätzen anmelden, Rechner sind jederzeit uneingeschränkt austauschbar. Aus Sicht des Anwenders spricht man diesbezüglich von einer „Roaming User“ Funktionalität, auch wenn teilweise die Bezeichnung „Roaming Computers“ treffender wäre. Die Gesamtheit aller standardisierter Rechner bildet eine integrierte Redundanz, vorhandene Hardware-Ressourcen werden effizient genutzt.

Automatisierte Setup-Verfahren

Betrachtet man die Vielzahl benötigter Installationsvorgänge, die angestrebte Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Systeme, so kommt man nicht daran vorbei, für diesen Vorgang ein automatisiertes Verfahren einzusetzen. Jeder manuelle Eingriff ist fehlerträchtig und zeitaufwändig. Automatisierte Verfahren arbeiten zuverlässig, sie bedeuten erheblich weniger Zeitaufwand und Kosten. Der Markt bietet zahlreiche Produkte, die grundsätzlich dem angesprochenen Zweck dienen. Im Sinne der Standardisierung ist die Produktauswahl an dieser Stelle von sekundärer Bedeutung.

Was bietet ein standardisierter Desktop?

Bei globaler Betrachtung bietet ein standardisierter Desktop folgende Vorteile:

  • Schnelle Einrichtung von Arbeitsplatzsystemen:
    Automatisierte Setupverfahren richten fertig vorkonfigurierte Systeme schnell und einheitlich ein.
  • Skalierbarkeit, Funktionssicherheit:
    Einheitlich eingerichtete Rechner verhalten sich vorhersagbar. Selbst Fehler innerhalb des Standards erhalten einen globalen Charakter. Die Funktion des Einzelsystems kann vorab hinreichend getestet werden.
  • Proaktives Fehlermanagement:
    Das System kann vorab ausführlich auf seine Funktion geprüft werden. Durch Ausschluss von individuellen Wechselwirkungen erzielt man eine aktive Fehlervermeidung.
  • Erhöhte Ausfallsicherheit und Produktivität:
    Bei Ausfall eines Teil- oder des Gesamtsystems steht jeder aktuell nicht genutzte Rechner mit vollem Funktionsumfang zur Verfügung. Der Ablauf des Produktionsprozesses ist gewährleistet. Bei Einsatz eines automatisierten Se-tup Verfahrens sind Rechnersysteme kurzfristig wiederherstellbar. Die Ausfallzeit ist kalkulierbar, die Produktivität der Anwender ist deutlich gesteigert.
  • Vereinfachte Administration/HelpDesk:
    Aufgrund der durch die Standardisierung reduzierten Komplexität sind Fehler schnell eingrenzbar. Fehler und besondere Systemverhalten können global betrachtet und auf den Standard zurückgeführt werden. Vor-Ort Support beim Anwender beschränkt sich auf ein Minimum. Das Support Personal ist deutlich entlastet.
  • Investitionssicherheit:
    Systemzustände können reproduzierbar kostengünstig wiederhergestellt werden. Einmal geklärte Systemkonfigurationen und Fehlerkorrekturen bleiben zuverlässig erhalten. Kenntnisse und Erfahrungen im Umfeld der Standardisierung können langfristig aufgebaut und wiederverwendet werden.
  • Reduzierte Total-Cost-of-Ownership (TCO) und Kalkulierbarkeit der Kosten:
    Die Gesamtkosten zur Pflege standardisierter Systeme sind nachweislich deutlich reduziert. Aufwände zur Bereit- oder Wiederherstellung von Funktionen sind abschätzbar. Umfangreiche standardisierte Systeme können von einem kleinen Team erfolgreich betreut werden.
  • Optimale Basis für eine zentrale Softwareverteilung:
    An Referenzsystemen entwickelte Softwarepakete können mit eingeschränktem Risiko global und kurzfristig auf alle Standard-Systeme verteilt werden. Durch Integration entsprechender Softwarepakete in das Setup-Verfahren erzielt man eine Erweiterung des vorhandenen „Standards“.
  • Vereinfachte Inventarisierung und Lizenzierung:
    Einheitliche Desktops benötigen keine aufwendigen Verfahren und administrativen Vorgänge zur Inventarisierung oder Lizenzierung.
  • Hoher Identifikationsgrad:
    Ein einheitliches Erscheinungsbild des Desktops erhöht in globaler Weise die Identifikation mit dem Unternehmen.

Der Autor Dipl.-Ing. Horst-Michael Begerow ist SYMPLASSON-Systemberater.

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