Spyware: Einem Spion auf der Spur

Ein Spion ist gut getarnt, schleicht sich mit Vorliebe dort ein, wo er Schaden anrichten kann und ist schwer zu erwischen. So wie 007 – oder wie Spyware. Laut aktuellem Quartalsbericht von Webroot Software sind mindestens 72 Prozent aller PC’s mit Spyware infiziert. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Spion aus dem Netz?

Spyware - Was ist das?

Als Spyware bezeichnet man ganz allgemein jede Software, die ohne Wissen und ohne Zustimmung eines PC-Benutzers auf dessen Rechner installiert wird und dort unerwünschte Aktionen ausführt. Dazu gehören zum Beispiel das Ausspionieren von Surfgewohnheiten des Benutzers, die Veränderung von Start- und Suchseiten des Browsers oder lästige Werbepopups. Es gibt aber auch Spyware, die deutlich mehr Schaden anrichtet: Diese sog. Keylogger protokollieren alle Tastatureingaben eines Benutzers, wie beispielsweise vertrauliche PIN oder TAN.

Auf welchen Wegen gelangt Spyware in den PC?

Auf sehr vielen! Typische „Schleuser“ sind Internetseiten, die so genannte Aktive Inhalte verwenden. Das können Skripte oder Programme sein, wie Java-Applets, JavaScript, VBScripte und ActiveX-Controls, deren Funktionen der Besucher der Seite nicht sieht. Eigentlich zur Optimierung des Layouts oder für interaktive Funktionen und dynamische Seite entwickelt, werden die Funktionen dieser Programme heute zum Einschleusen von Spyware missbraucht.

Ein weiterer „Kontaktmann“ von Spyware ist manche Free- oder Shareware oder sogar kommerzielle Programme. Diese führen ihre eigentlichen Funktion zwar aus, installieren aber heimlich, still und leise eine Spyware. Deshalb: Lizenz- und Nutzungsbedingungen gründlich studieren! Denn oft enthalten diese die direkte Frage, ob eine Spyware mit installiert werden soll. Wer also gewohnheitsmäßig die Lizenz- und Nutzungsbedingungen ungelesen akzeptiert, muss sich nicht wundern...

Wer ist der Auftraggeber von Spyware und was passiert mit dem gesammelten Daten?

Zu den Auftraggebern der Internet-Spione gehören die Hersteller der Programme selber sowie Werbefirmen. Anhand der gesammelten Daten entwickeln diese beispielsweise Nutzerprofile, um den Surfern gezielt Werbebotschaften zu übermitteln, zum Beispiel in Form von lästigen Popups. Eine Großzahl von Internetseiten finanziert sich durch Werbeinblendungen. Je mehr Seitenaufrufe, desto höher die Erträge. Spyware wird zudem immer öfter mit kriminellen Absichten entwickelt, um einen Angriff, zum Beispiel einen Spamversand, vorzubereiten. 

Habe ich einen Spion im PC?

Ein guter Spion hinterlässt möglichst keine Spuren. So auch Spyware. Nichts desto trotz gibt es einige Indizien, die auf einen geheimen Schnüffler hindeuten können:

  • Änderung der Start- und/oder Suchseite des Browsers. Auch nach manuellen Änderungen bleiben diese Seiten eingestellt.
  • Umleitung von Seitenabfragen. Statt auf der gewünschten Seite wird eine völlig andere geöffnet.
  • Lästige Popups, die nichts mit der besuchten Seite zu tun haben.
  • Lästige Popups, die sich selbst dann öffnen, wenn die Verbindung zum Internet nicht mehr besteht.
  • Plötzliche Werbeinblendungen, die sich thematisch darauf beziehen, welche Seiten der Anwender in der Vergangenheit besucht hat.
  • Neue Seiten mit unerwünschten Inhalten (z.B. Pornographie), die sich während des Surfens öffnen
  • Neue Einträge im Favoritenordner, die zwar gelöscht werden können, beim nächsten Start des Browsers aber wieder erscheinen
  • Meldungen der Firewall, dass öfters unbekannte Programme versuchen, eine Verbindung zum Internet herzustellen
  • Lange Reaktionszeiten des Rechners bei einigen Anwendungen, besonders beim Surfen im Internet
  • System-Abstürze aus heiterem Himmel oder „eingefrorene“ Systeme
  • Ständige Versuche des Systems, nach Start von Windows oder im laufenden Betrieb eine Verbindung zum Internet aufzubauen; manchmal sogar selbständiger Verbindungsaufbau
  • Plötzliches Anzeigen einer Toolbar, d.h. einer zusätzlichen Symbolleiste, die nicht entfernt werden kann bzw. beim nächsten Start des Browsers wieder erscheint
    (Quelle: Paules PC-Forum)

Wie kann ich Spyware entfernen?

Wer 007 kennt, weiß, dass die Liquidierung eines Spions ohne Hilfe kaum zu bewerkstelligen ist. Das gilt auch für Spyware. Ohne spezielle Hilfsprogramme, die stets aktualisiert werden müssen, geht gar nichts. Zu den kostenlosen Hilfe-Tools gehören zum Beispiel Spybot Search & Destroy oder Ad-Aware.

Wie kann ich das Eindringen von Spyware verhindern?

Für Spyware gilt wie für alle anderen Schadprogramme: Einzelne Sicherheits-Komponenten helfen, aber nur die Kombination von Virenschutz, Spamfilter, Firewall, etc., die zudem laufend aktualisiert werden, bringt umfassenden Schutz.

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