Cookies: Vom einfachen Keks zum Web-Kundschafter

Cookies sind in Verruf geraten – als Web-Kundschafter. Und dabei ist ein Cookie (am.englisch für Plätzchen, Keks) von Natur aus nicht mehr als „...ein kurzer Eintrag in einer meist kleinen Datenbank auf einem Computer und dient dem Austausch von Informationen zwischen Computerprogrammen oder der zeitlich beschränkten Archivierung von Informationen.“(Wikipedia). Doch viele Unternehmen verleihen dem harmlosen Cookie eine neue, brisante Funktion.

Von Natur aus harmlos

Cookies sind eigentlich harmlose und hilfreiche Tools. Sie dienen zum Beispiel zum Speichern persönlicher Einstellungen in Website-Foren. Dank des Cookies muss der Besucher seine Einstellungen nicht bei jedem neuen Besuch wieder neu generieren, sondern sie werden automatisch geladen.

Von ihrer usprünglichen Funktion her sind die “Kekse” also alles andere als Schadprogramme. Aber seitdem sie immer öfter dafür verwendet werden, Benutzerprofile über das Surfverhalten zu erstellen, leidet ihr Ruf zunehmend.

Beispiel DoubleClick[1]

Das Marketingunternehmen DoubleClick[2] bietet seinen Kunden Werbebanner an, die diese nicht nur auf http://www.doubleclick.com/, sondern auf vielen anderen Websites erscheinen lassen können. Dazu erhalten die Kunden viele detaillierte Informationen über die Interessen und das Surfverhalten der Besucher ihrer Websites. Eine Vielzahl von Webanbietern nutzt und unterstützt bereits diesen Service.

Wie funktioniert das DoubleClick-System?

In dem Moment, in dem ein Besucher auf die Website eines DoubleClick-Partners gelangt, stellt diese eine Verbindung mit DoubleClick her. Dort wird geprüft, ob sich bereits ein DoubleClick-Cookie auf dem Besucher-Rechner befindet.

Wenn ja, wird der Cookie ausgelesen, die eindeutige Identifikationsnummer des Besuchers in der DoubleClick-Datenbank gesucht, die aktuelle Site dort eingetragen und geprüft, welche Websites der Besucher in der Vergangenheit bereits ausgewählt hatte. Mit Hilfe dieser Informationen wird ein passender Werbepartner ausgewählt und dem Besucher das entsprechende Banner präsentiert.

Ein Beispiel: Während die Hobbyreiterin während des Besuchs der DoubleClick-Partner-Website Werbung für Reitstiefel erhält, kann sich der Schachprofi über die neusten Schachfiguren aus Ebenholz informieren.

Konnte DoubleClick keinen Cookie auf dem Besucher-Rechner ausmachen, wird dem Besucher ein Standard-Banner gezeigt, eine ID-Nummer zugeteilt und per Cookie auf dem Rechner kopiert. Die ID wird mit den besuchten Partner-Sites in der Datenbank gespeichert. Die Anzahl der Einträge wächst und DoubleClick erhält ein umfassendes Bild der Interessen des Benutzers. Beim nächsten Besuch einer DoubleClick-Partner-Website werden dem Besucher dann passende Werbebanner angezeigt.

Datenschutzrechtlich o.k. – moralisch bedenklich

Die Werbestrategie von Firmen wie Doubleclick mag nicht jedem schmecken. Schließlich wird das Surfverhalten einer großen Zahl an Internet-Besuchern ohne deren Wissen aufgezeichnet, damit sie genau darauf abgestimmte Werbebotschaften erhalten. Für Werbekritiker eine Steigerung der ohnehin schon als bedenklich empfundenen Fuktionsweise von Werbung: Die emotionale und auf das Unterbewusstsein abzielende Ansprache des Konsumenten, ohne dass es zu einer rationalen Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen eines Produktes kommt.

Andererseits ist das Erstellen von Nutzerprofilen anhand des Surfverhaltens kein Geheimnis und im Falle von DoubleClick und ähnlichen Unternehmen rechtlich unbedenklich. DoubleClick informiert auf seiner Website offen und transparent über seine Strategien. Da das Unternehmen niemals nach eMail-Adressen oder sonstigen datenschutzrechtlich geschützten Angaben fragt, bleibt der einzelne Benutzer eine Nummer mit einem bestimmten Profil – völlig unpersonalisert und anonym.

Doch wie sieht es mit den vielen anderen Firmen aus, deren Webebanner einen mehr oder weniger verfolgen? Wo kommerzielle Interessen im Spiel sind, bleibt die Moral bekanntlich oft auf der Strecke. Deshalb: Wer seine Anonymität wahren möchte, sollte neben einem vernünftigen, stets aktuell gehaltenen Sicherheitssystem deshalb sehr verantwortungsbewusst mit der Weitergabe von persönlichen Daten im Internet umgehen. Sicher ist sicher...

[1] Quelle: Paules PC-Forum
[2] DoubleClick ist ein eingetragenes Warenzeichen der DoubleClick Inc.

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