Was genau versteht man unter SaaS, ASP, On-Demand-Software? Wer kann von Mietsoftware profitieren, wo liegen Einsatzbeschränkungen? Hier finden Sie Antworten auf einige grundlegende Fragen zum Thema SaaS / ASP / Software on Demand.
Unserer Meinung nach sind die Termini nicht voneinander abzugrenzen, sondern werden synonym verwendet.
Application Service Providing bewegt sich zwischen zwei grundsätzlichen Modellen: Da ist zum einen die Variante, zu einer bestehenden IT-Infrastruktur nur ein bestimmtes Software-Paket über einen Application Service Provider zu nutzen.
Bei der anderen Variante bezieht ein Unternehmen sämtliche Anwendungen und die gesamte Systeminfrastruktur über den Dienstleister. Dazwischen gibt es eine ganze Reihe an möglichen Paketen oder Mischformen. Und genauso vielfältig sind die Bezeichnungen, mit denen die verschiedenen Modelle benannt werden.
Einzig bei dem Begriff „On-Demand-Software“ wird in der Verwendung manchmal auch auf ein spezielles Abrechnungsmodell abgestellt, in dem nutzungsabhängig berechnet wird und nicht wie meist üblich ein monatlicher Festpreis.
Zum einen ist der Leidensdruck in den Unternehmen heute höher, was die Systemverfügbarkeit, Qualität der Dienste, Abhängigkeit von der IT, IT-Sicherheit und auch Reduzierung der Kosten angeht.
Zudem ist Outsourcing auch im Mittelstand generell in den letzten Jahren „hoffähiger“ geworden und es gibt geringere Berührungsängste. Hinzu kommt eine realistischere Einschätzung der Unternehmen, die sich in der Forderung nach „Besser“ statt „Billig“ niederschlägt.
Während in der Vergangenheit die hohen Anbindungskosten oft ein Problem darstellten, ebnen heute die wesentlich günstigeren Anbindungstarife den Weg für ASP.
Entgegen Ihrer Fragestellung eignen sich CAD-Programme unserer Auffassung eher nicht für ASP, da sie in der Regel hohe Erfordernisse an die Performance stellen. Dies kann jedoch je nach Produkt unterschiedlich sein. Grundsätzlich sollte jede Software vorab auf Ihre ASP-Tauglichkeit geprüft werden.
Besonders geeignet für betriebswirtschaftliche Software sind ERP-Lösungen, CRM-Anwendungen, Groupware-Applikationen oder auch Webplattformen. Gerade auf diese Anwendungen soll in der Regel der Zugriff von jedem beliebigen Mitarbeiter ortsunabhängig möglich sein. Sie erfordern eine 100-prozentige Verfügbarkeit. Eine hohe lokale Rechenleistung oder aufwändige Grafik ist meist nicht erforderlich. Zudem kommen hier die Economics of Scale zum Tragen: Je höher die Benutzerzahl, für die ein System bereit gestellt wird, desto geringer werden die Kosten.
ERP-Software kann unserer Ansicht nach im Normalfalle ohne jede Einschränkung genutzt werden, wenn der Betrieb einer individuellen Anwendung von Seiten des Providers möglich ist und nicht nur Standard-Varianten angeboten werden.
Die Frage nach den Einschränkungen basiert auf der früheren Vorstellung, ASP bedeute Service von der Stange oder „Jeder nutzt das Gleiche“. Unserer Meinung nach einer der Hauptgründe, warum sich ASP in der Vergangenheit nicht durchsetzen konnte.
Erst langsam setzte sich die Erkenntnis durch, die wir von Beginn an als entscheidend empfunden haben: ASP kann nur dann funktionieren, wenn jeder Kunde eine individuelle Form seiner ERP-Software beziehen kann. Mit dem Einsatz virtueller Umgebungen ist diese Anforderungen heute kein Problem mehr.
Auch das ist abhängig vom Angebot des Providers. Wir setzen beispieslweise auf unterschiedliche Systemvarianten: In der einfachsten Form von ASP, in der wir für mehrere Kunden in einer geshareten Umgebung ein einheitliches Standard-Paket zur Verfügung stellen, nutzen alle diese Kunden den gleichen Versionsstand.
Beziehen Kunden ihre individuellen Anwendungen über eine gekapselte Umgebung, nutzt hingegen jeder Kunde eigene Versionsstände. Dies nehmen die meisten unserer Kunden in Anspruch und gewinnen so Wettbewerbsvorteile.
Wir beugen Performance-Problemen vor, indem wir das Performance-Verhalten der Anwendungen, die wir betreiben genau analysieren. Die Last wird dann auf entsprechend skalierbare Server verteilt. Das setzt natürlich die Möglichkeit voraus, die Software verteilen zu können. Dies sollte im Vorfeld für jede Anwendung geprüft werden, was wiederum zeigt, dass die Installation eines ASP-Modells Maßarbeit ist.
Die beschriebene Problemwahrnehmung aus der Vergangenheit rührt unserer Ansicht nach von „blauäugigen“ und zu einfachen Servicemodellen ohne ausreichende individuelle Analyse der Leistungsanforderungen kundenspezifischer Anwendungen her.
Die Nachfrage aus dem Mittelstand ist deutlich gestiegen. Mietsoftware lohnt sich gerade für Unternehmen, die selber keine interne Systemgröße erreichen, die sie unter heutigen Gesichtspunkten mit wirtschaftlich sinnvollem Einsatz ausreichend sicher und verfügbar halten können.
Die Anforderungen an die Kompetenz von IT-Mitarbeitern sind heutzutage enorm; diese intern vorzuhalten lohnt sich unserer Auffassung nach erst ab einer Größe von ca. 200-300 Benutzern. Darunter ist es effizienter und langfristig auch kostensparender, auf externe Ressourcen und externes Know-How zurückzugreifen und sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren.
Anders sieht es da bei deutlich größeren Unternehmen aus: Hier empfiehlt sich unter Umständen, nur die Anwendungen zu „mieten“, für die kein eigenes Know-How verfügbar ist.
Die Entscheidung für ASP sollte auch dann genau geprüft werden, wenn ein Unternehmen viele Anwendungen nutzt, die ggf. nicht ASP-geeignet sind (z.B. aufgrund ihrer hohen Rechenlast oder hohen erforderlichen Bandbreiten). In diesem Fall sollten die einzelnen Anforderungen der Applikationen individuell analysiert werden.
Die Kosteneinsparungen durch ASP sind zum einen abhängig von der Effizienz der gegenwärtigen IT-Infrastruktur. Verfügt ein Unternehmen bereits jetzt über eine schlanke Struktur, bringt ASP nicht unbedingt eine Kostenersparnis. Hier schlagen dann eher Qualitätsverbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Verfügbarkeit, Datensicherheit etc. positiv zu Buche.
Fragen nach der gewünschten Performance oder nach Sicherheitsanforderungen lösen oft zum ersten Mal eine Beschäftigung mit dem eigenen IT-System aus und schärfen das Bewusstsein dafür, wie abhängig der Betrieb von der IT-Infrastruktur ist.
Soll „einfach nur alles bleiben wie bisher“, wird kein höherer Servicelevel gewünscht als bisher intern realisiert, wird es durch ASP langfristig meist günstiger.
Oft ist aber der Wunsch nach einer Verbesserung der IT-Verfügbarkeit einer der Auslöser für ASP-Überlegungen. Unternehmen definieren dann im Zuge der Entscheidungsfindung völlig neue und damit oft auch kostenintensivere Anforderungslevel an ihre IT, die bisher intern nicht realisiert waren – gerade in Punkto Sicherheit und Verfügbarkeit. Solche Lösungen sind dann nicht unbedingt billiger als der bisherige Stand; dafür wird damit allerdings erstmals ein unternehmerisch sicherer Servicelevel erreicht.
© SYMPLASSON 2007
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